STONER DER „ENTKERNER“ Neulich erklärte ich jemandem die Benutzung von Internet-Übersetzungstools. Und das diese manchmal versuchen, alles zu übersetzen und man sich nur den Inhalt halbwegs herausnehmen kann. Dabei stieß ich auf eine interessante Entdeckung. Wurde doch tatsächlich der Eigenname „Casey Stoner“ mit „Casey Entkerner“ ins Deutsche überliefert. So abwegig ist diese Übersetzung gar nicht. Wenn der Australier auf seine Ducati Desmosedici GP9 mit Kohlefaser-Airbox-Rahmen springt, wirkt der Rest der MotoGP-Welt derzeit wie entkernt. Früchte ohne harten Kern. Weiche Buben. Keiner kann Stoner auch nur ansatzweise Folgen. Colin Edwards bringt es auf den Punkt: „Casey Stoner fährt auf einem anderen Planeten.“ Letztes Jahr nach dem ersten Rennen hatte man aber auch schon gedacht: Der Stoner macht es wieder! Was wird das für eine langweilige Saison ... Aber dann war es doch der Doctor, der den Titel holte, weil Ducati sich mit ihren technischen Entwicklungen STONER DER „ENTKERNER“ GALERIE verrannt hatte. Das passiert aber vermutlich nicht wieder. Und ob Stoner sich wieder drei Mal hintereinander auf die Nase legt, ist zwar gut möglich, aber eher unwahrscheinlich. Momentan kommt Stoner ganz vorn. Dann kommt eine Weile nichts, dann Rossi kurz vor Lorenzo und dann wieder eine ganze Weile nichts. Rossi ist laut eigener Aussage nach dem achten WM-Titel noch auf der Suche nach neuer Motivation. Aber solange er halbwegs am Hinterrad Stoners bleiben kann, sieht er im wahrsten Sinne des Wortes rot - nicht nur ob der Ducati und der Kombi des Australiers. Auch die letzten Kritiker sind verstummt. Bei den Testfahrten hieß es noch: Stoner fährt nur kurze Turns, seine Hand hält eine Renndistanz nie durch! Der Australier widerlegte das in Katar ziemlich deutlich - mit fast acht Sekunden Vorsprung auf die „Entkernten“. Text: Toni Börner 22 |
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